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Oldenburger Schlossgespräche 2017

2017
Montag, 11. Dezember 2017, Oldenburger Schloss 
Moderation: Jörg Thadeusz 

Als die Landflucht in Europa gegen Ende des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte, war noch nicht abzusehen, dass es sich um eine dauerhafte Entwicklung handelte. Die bis in die Gegenwart andauernden Verschiebungen des menschlichen Lebensraums vom Land in die Stadt sind – im globalen Vergleich – tatsächlich noch weit ausgeprägter: Sie kommt einem Erdrutsch gleich. Nirgendwo ist er bedrohlicher als in den modernen „Megacities“ wie Shanghai, Delhi, Lagos oder Mexiko. Das Phänomen jedoch findet nicht nur in Entwicklungs- oder Schwellenländern statt. Auch in den Industrieländern reibt man sich verwundert die Augen und sieht: Alle zieht es in die Städte

Warum fliehen die Menschen vom Lands?

Das von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Gutachten „Der Umzug der Menschheit“, sagt voraus, dass in den kommenden drei Jahrzehnten etwa zwei bis drei Milliarden Menschen weltweit ihr Heil in urbanem Leben suchen werden. Damit findet die eigentliche Flüchtlingswelle im innerstaatlichen Bereiche statt, nämlich vom Land in die (Groß-)Stadt. Es zeigt sich hierbei, dass die wesentlichen Gründe für diese Bewegung heute noch die gleichen sind wie vor hundert Jahren und sich zwischen Schwellen- und Industrieländern ebenfalls kaum unterscheiden: Es geht um Arbeit, Nahrung, Bildung und Kultur.

Wie lebenswert sind die Global Cities?

Was bedeutet das konkret für unseren Alltag auf dem Land und in der Stadt? Wie wird unser Leben aussehen, wenn einerseits ganze Landstiche verwaisen, unsere Städte aber an hoffnungsloser Überfüllung zu ersticken drohen? Wird die fortschreitende Digitalisierung des menschlichen Lebens und Arbeitens Antworten auf die sozialen, logistischen und kulturellen Herausforderungen des Massenphänomens finden? Sind automatisierte Transportwege, flexible Arbeitsprozesse oder intelligente Häuser der „Smart Cities“ die angemessenen (Lösungs-)Strategien?

Die Zukunft im Heute

Die Rede von den „strukturschwachen“ Regionen in Deutschland mutete an wie eine heillose Untertreibung: Tatsächlich bluten schon heute ganze Landstriche aus und veröden. Können unsere Dörfer überhaupt noch als lebensfähige Räume erhalten bleiben? Und wie kann der städtische Lebensraum die Herausforderung meistern, damit er trotz des anhaltenden Zustroms lebenswert bleibt? Oder ist die Frage nach der Zukunft unseres städtischen Lebensraums längst beantwortet, weil wir gar keine Möglichkeiten mehr haben, die Folgen des Trends aktiv zu gestalten?

Die Experten bei den diesjährigen Oldenburger Schlossgesprächen fragen wie sie eigentlich aussehen, die „Global Cities“ der Zukunft, und was am Ende übrig bleiben wird vom einstigen Leben auf dem Land.

  • Prof. i.R. Dr. Gerhard Henkel
  • Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff
  • Prof. Dr. Dittmar Machule
  • Dr. Brigitte Röthlein
  • Dipl.-Ing Wolf-Christian Strauss